DEUTSCHLAND: HOMOPHOBIE HAT ZU GENOMMEN
family image(13.04.2010) Eine Fachperson aus Deutschland erklärt, weshalb Homophobie zugenommen hat.

Man hört es immer öfters: Attacken und diskriminierende Aussagen gegenüber Gays nehmen zu. Dies bestätigt nun Almut Dietrich, Landeskoordinatorin Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule im Deutschen Nordrhein Westfallen.

In einem Interview, dass der Kölner Stadtanzeiger durchgeführt hat, erklärt Frau Dietrich, weshalb das so ist: "Seit Homosexualität mehr Thema ist, hat auch Homophobie, also die Angst vor Schwulen und Lesben zugenommen. Es ist kein Tabu mehr. Aber es gibt trotzdem nicht mehr Berührungspunkte mit homosexuellen Menschen im Alltag. Auch Schüler haben bloss das Gefühl, aus dem Fernsehen zu wissen, wie "die Schwulen" so sind. Aber die eigenen Berührungsängste werden dadurch nicht abgebaut."

Dass Beschimpfungen wie "schwule Sau" nicht eine harmlose Form von "Jugend-Slang", erklärt Dietrich ausserdem so: "Schwul und Schwuchtel" sind deshalb keine Schimpfwörter wie "blöde Kuh", weil es Schwule und Lesben an jeder Schule gibt. Sie sind häufig versteckt und hören natürlich den negativen Unterton. Und sie hören auch daraus, dass sie und ihre Art zu sein und ihre Identität nicht gewollt, nicht erwünscht ist und dass sie diese Ablehnung auch erfahren würden, wenn sie sich outen."

Bereits im Dokumentarfilm von Christina Zühlke "Schwule Sau" - Der neue Hass auf Homosexuelle" wurde auf diese Problematik eingegangen: "Schwule Jungs und lesbische Mädchen spüren längst das neue Klima von Hass und Intoleranz. Outing an der Schule kommt fast nicht mehr in Frage. Mit Abschottung oder Lügengeschichten versuchen die Jugendlichen, bloss nicht aufzufallen. Jahrelang schien gerade bei jungen Menschen die Toleranz gegenüber Homosexuellen stetig zu wachsen. Doch nun erleben junge Schwule und Lesben immer häufiger Beschimpfungen und Gewalttätigkeiten."