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USA: Gouverneurin verhindert Homo-Ehe in Hawaii
family image(07.07.10/dom) Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hatte Hawaii die Möglichkeit als erster Bundesstaat der USA die Homo-Ehe einzuführen, doch, während die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare damals mit einer gesetzlichen Anpassung doch noch blockiert wurde, so ist es diesmal die Gouverneurin von Hawaii, welche ihr Veto-Recht nutzt und die Einführung verhindert.

Es war damals im Jahr 1993 eine kleine Sensation: Das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Hawaii entschied in einem richtungweisenden Urteil, dass es gegen den Gleichheitsartikel des Bundesstaates verstosse, wenn einem gleichgeschlechtlichen Paar die Ehe vorenthalten werde. Dies war die erste, solche Entscheidung eines Gerichts in den USA überhaupt. Doch es kam trotzdem nie zur Einführung, da die Verfassung in den kommenden Jahren so angepasst wurde, dass ein Verbot der Homo-Ehe doch noch durchgesetzt werden konnte. Eingetragene Partnerschaften wurden damals jedoch nicht verboten.

Anfangs April 2010 hat die Legislative des US-Bundesstaat Hawaii nun ein Partnerschaftsgesetz gutgeheissen. Das Repräsentantenhaus stimmt der so genannten "Civil Union" mit dem Namen "House Bill 444" mit 31 zu 20 Stimmen zu. Die letzte Hürde für die definitive Einführung des Gesetzes stellte nun nur noch die Gouverneurin von Hawaii, Linda Lingle, dar, welche das Recht auf ein Veto hat. Und von diesem hat die Republikanerin nun am Dienstag Gebrauch gemacht. Lingle erklärte, dass dies die schwerste Entscheidung ihrer gesamten politischen Karriere gewesen sei. Sie hätte sich noch über nichts so viele Gedanken gemacht, wie über das Partnerschaftsgesetz. Ihre Entscheidung begründete sie damit, dass sie sich schon immer gegen die so genannte Homo-Ehe ausgesprochen habe, und beim "House Bill 444" handle es sich um eben diese Homo-Ehe, einfach mit einem anderen Namen.

Linda Lingle ist die erste Frau in diesem Amt, und auch die erste Jüdin: Während ihrer Entscheidungsphase habe sie sich auch mit Rabbinern getroffen, um sich deren Ansichten vom religiösen Standpunkt her anzuhören. Doch Kritiker erklären nun, dass sie sich gerade deshalb selber disqualifiziere. Der "House Bill 444" sei eine rein gesetzliche Angelegenheit und habe nichts mit Religion zu tun. Jeder der die Religion als Grund nennt, weshalb er ein Partnerschaftsgesetz ablehne, der tue dies nur um seine Homophobie zu tarnen.

Nun hätten die Politiker noch einmal die Möglichkeit, die Gouverneurin doch noch zu überstimmen, doch zahlreiche Abgeordnete haben offenbar bereits bekannt gegeben, dass sie das Veto von Linda Lingle akzeptieren werden.