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GRIECHENLAND: Gesetz gegen Homophobie auf Abstellgleis
family image(23.01.12/dom) In der Krise, und die hat Griechenland besonders hart getroffen, muss die Regierung alles daran setzen um Einigkeit zu demonstrieren, dies geht aber offenbar auf Kosten von Minderheiten: Ein Gesetz, welches unter anderem Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und Homophobie unter Strafe gestellt hätte, wird nun nicht behandelt.

Seit der ersten Ankündigung war das Gesetz Ziel von Gehässigkeiten und wütenden Reaktionen durch Nationalisten und rechte Politiker. Sie stellten sich mit Vehemenz gegen die Einführung des geplanten Anti-Diskriminierungsgesetz, welches neben Rassismus, auch die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Religion , der Herkunft, der Nationalität sowie der sexuellen Orientierung unter Strafe gestellt hätte. Vorgesehen waren, dass jene welche Gewalt oder Hass gegen genannte Gruppen oder Personen ausführen, provozieren oder für gut heissen mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden können.

Aktuell kennen 15 Länder innerhalb der EU ein Gesetz, welches auch LGBTQs vor Diskriminierung schützt. Das derzeit geltende Recht in Griechenland aus dem Jahr 1979 schützt jedoch nur vor Rassismus, sowie der Diskriminierung aufgrund der Religion oder der Nationalität. Das neue Gesetz wurde noch von den Sozialisten aufgegleist, welche noch vor der Krise an der Macht waren und im November durch eine Drei-Parteien-Koalition ersetzt wurde. Da in Bezug auf das Anti-Diskriminierungsgesetz ein massiver Streit innerhalb der Regierung voraussehbar wäre, da sowohl die Sozialisten, wie auch die Konservativen und die nationalistisch ausgerichtete LAOS-Partei dort Einsitz haben, wurde Ende letzter Woche entschieden, dass das Gesetz nicht behandelt wird.

Während sich die Nationalisten generell gegen das Gesetz stellten, warnten die Konservativen, dass die sonst schon überfüllten Gefängnisse noch stärker belastet würden. Zudem wollte man auch ein Zeichen der politischen Stabilität nach Europa senden, da wichtige Verhandlung in Bezug auf die Rettung des Euro und den Ausweg Griechenlands aus der Schuldenkrise im Gange sind. Durch das Anti-Diskriminierungsgesetz würde diese Einigkeit aus den Fugen geraten, wurde befürchtet, weshalb man sich gar nicht erst auf die Debatte über dieses Gesetz einlassen wollte – leider aber aufdem Rücken von Minderheiten, welche ungeachtet der Krise einen Schutz verdient hätten.