(26.01.10/dom)
Die Lords im britischen Oberhaus haben das Gleichstellungsgesetz
gestoppt - nach massivem Druck der Kirchen!
Mit dem neuen Gesetz wollte die britische Regierung erreichen, dass
jegliche Diskriminierungen am Arbeitsplatz verhindert werden. Damit
hätte sowohl das Geschlecht, die soziale Herkunft, die Ethnie
oder auch die Religion keine Rolle mehr spielen dürfen, ebenso
hätte niemand mehr aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung
diskriminiert werden dürfen. Und genau dieser letzte Punkt
stiess den Kirchen in Grossbritannien sehr sauer auf.
In einem Brief an die Lords des Oberhauses, protestierten die
anglikanischen Bischöfe gegen dieses Gleichstellungsgesetz. Sie
befürchten, dass sie nicht mehr wie bisher, einen
schwulen Bewerber etwa für ein Priesteramt ablehnen
dürften. Die katholische Kirche darf ausserdem derzeit auch den
Frauen das Priesteramt vorenthalten. Diese Regelungen sah die Kirche
nun mit dem neuen Gleichstellungsgesetz in Gefahr. Sie
befürchteten, dass sie neuerdings homosexuelle Bewerber, oder
Menschen, welche eine Geschlechtsumwandlung hinter sich haben,
einstellen müssen. Die britische Regierung hat den Kirchen vor
der Abstimmung im Oberhaus nur erklärt, dass die neuen
Regelungen keinen Einfluss auf das Priesteramt haben werden, doch
dies war den Kirchen offenbar zu unsicher.
Am Montag war nun die Abstimmung im Oberhaus, und die Lords stimmten
mit 216 zu 178 Stimmen gegen das Gleichstellungsgesetz. Dass das
Unterhaus dem Gesetz zustimmen wird, und dass es danach nochmals
überarbeitet werden kann, gilt als sehr unwahrscheinlich. Damit
ist das Gleichstellungsgesetz wohl für sehr lange Zeit wieder
vom Tisch... |