(03.03.08/dom) gay.ch hat den Chef Medien des Schweizerischen
Fussball-Verband SFV, Pierre Benoit, mit dem Thema Homophobie im
Schweizer Fussball konfrontiert. Im Folgenden seine Stellungnahme:
"Wir verurteilen jegliche Diskriminierung. Zum
Partnerschaftsgesetz nahmen wir keine Stellung, weil wir uns
äusserste Zurückhaltung in politischen Fragen auferlegen
müssen. Wir bedauern Äusserungen, die vielleicht auch
falsch verstanden wurden."
Mit dieser offiziellen Mitteilung nimmt Pierre Benoit im Namen des
SFV Stellung zum gay.ch Artikel unter dem Titel: "Wie
Homophobie im Schweizer Fussball gelebt wird...".
gay.ch dankt Pierre Benoit für seine Stellungnahme!
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(28.02.08/dom) Im Schweizer
Fussball wird Homophobie offen zelebriert: Wer denkt, dass die
Fussballgrössen hierzulande im 21. Jahrhundert angekommen sind,
der irrt. Das Denken und die Einstellung lässt so einiges zu
wünschen übrig, und es zeigt sich deutlich, weshalb sich
wohl auch heute noch ein Profifussballer nicht so schnell als schwul
outen wird...
Erschreckend sind die Aussagen, welche verschiedenste Fussballer und
Trainer gegenüber "Blick Online" geäussert
haben. Es wird deutlich, dass das Tabu weder der Vergangenheit
angehört, noch, dass es sich dabei um ein wirkliches Tabu
handelt, denn in den Köpfen der Fussballer scheinen sich
sämtlichen negativen Klischees gegenüber Schwulen
förmlich eingebrannt zu haben - Homophobie wird gelebt!
Deutlich macht dies beispielsweise die Aussage von Hakan Yakin, dass
Schwulsein heute ja nicht mehr SO schlimm sei. Wobei, dass SO zeigt,
dass es eigentlich ja immer noch schlimm ist.
Im Gegensatz beispielsweise zum Frauentennis, wo sich etwa Martina
Navratilova oder Amélie Mauresmo, die zwischenzeitige Nummer 2 der
Weltrangliste, bereits seit längerem öffentlich geoutet
haben, so ist bei den Männern das Tabu im Sport nach wie vor
omnipräsent. Besonders im Mannschaftssport scheinen
unüberwindbare Mauern zu bestehen, welche mehr mit Angst und
Überforderung zu tun haben, als wirklich begründet sind.
Daher wohl auch die stereotypen Aussagen wie "so lange er mich
in Ruhe lässt", "ich wüsste auch nicht, wie ich
mit dieser Situation umgehen würde" oder "aber wenn
sich ein Homosexueller nicht an mich ranschmeissen würde,
hätte ich wohl auch kein Problem mit ihm". Einfach nur
despektierlich und peinlich ist die Aussage von Daniel Tarone,
welche deshalb auch gar nicht kommentiert werden muss.
Doch das Tabu wird offenbar auch vom Verband gefördert: Als
gay.ch vor der Abstimmung zum neuen Partnerschaftsgesetz
Stellungnahmen von verschiedenen prominenten Schweizern/innen aus
den Bereichen Kultur, Politik und Sport einholte, blieben
sämtliche Reaktionen von den Fussballverbänden, wie auch
von den Spielern aus, während das Feedback und die
Rücksendungen ansonsten überdurchschnittlich hoch waren.
Die Aussagen von verschiedenen Fussballspielern und Trainern,
wie sie bei Blick Online nachzulesen waren:
Blerim Dzemaili (21) - Spieler bei "Bolton
Wanderers":
"Ich habe die Geschichte im Internet gelesen. Was für
ein Schwachsinn! Nein, ich habe im Fussball noch nie einen
Schwulen erlebt. Und ich wüsste auch nicht, wie ich mit
dieser Situation umgehen würde." |
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Ciri Sforza (37) - "Luzern"-Trainer:
"Ob Lesben oder Schwule - jedem das Seine. Ich habe im
Fussball noch nie einen Schwulen erlebt. Aber so lange sie mich in
Ruhe lassen." |
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Hakan Yakin (30) - Nati- und
"YB"-Regisseur:
"Ich habe noch nie erlebt, dass mir einer zu nahe gekommen
ist. Wie ich einen Schwulen im Team behandeln würde?
Schwierig zu sagen. In der heutigen Zeit ist Schwulsein ja nicht
mehr so schlimm, aber ich hätte doch ein mulmiges
Gefühl." |
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Erich Vogel (69) -
"GC"-Vizepräsident:
"Ich bin seit 1964 im Fussball dabei und habe dort noch nie
einen Schwulen gesehen. Der Fussball liegt mit Sicherheit weit
unter dem Schnitt - es ist höchstens ein Promill der
Fussballer schwul." |
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Daniel Gygax (26) - Nati-Aufbauer und
"Metz"-Söldner:
"Mir kommt keiner in den Sinn, der schwul sein könnte.
Unsere Gesellschaft ist sicher weiter als vor 20 Jahren, trotzdem
wäre ein Outing für einen Homosexuellen im Fussball
heavy." |
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Boris Smiljanic (31) - "GC"-Captain:
"Meine Frau macht sich wegen der Geschichte schon Sorgen um
mich. Nein, im Ernst: In meinem 15 Jahren als Profi habe ich noch
nie einen Schwulen im Team gehabt. Und ich weiss auch nicht, wie
die ticken. Aber wenn sich ein Homosexueller nicht an mich
ranschmeissen würde, hätte ich wohl auch kein Problem
mit ihm." |
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Daniel Tarone (32) - "FC Aarau":
"Unter uns Fussballern ist Homosexualität kein Thema.
Würde ich nach dem Training mit 20 knackigen Girls duschen
gehen, dann rührte sich bestimmt etwas bei mir. Ich kann mir
also nicht vorstellen, dass ein Schwuler beim Duschen mit den
Spielern unentdeckt bleiben könnte." |
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