(27.06.11/dom)
Am Samstag wurde die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften der
Frauen offiziell eröffnet. Doch trotz all der Freude gab es
einen Wehrmutstropfen. Die nigerianische Trainerin nutzte nicht
zuletzt die Publicity, welche ihr die WM gab, um gegen
Homosexualität zu wettern. Nun wurde eine Online-Petition
lanciert, um die FIFA zum Handeln gegen Homophobie aufzufordern.
Es war am Samstagabend, als die Trainerin der nigerianischen
Frauen-Nationalmannschaft, Eucharia Uche, gegenüber der
deutschen Zeitung "Bild" erklärte, dass Homosexualität etwas
dreckiges sei, und es sei sowohl spirituell wie auch moralisch
sehr, sehr falsch. Obwohl sie keinen Beweis habe, dass sie eine
Lesbe im Team habe, so habe sie trotzdem einen Priester um
Unterstützung gebeten, welcher mit dem Team bete und es in
dieser Angelegenheit leite.
Es ist nicht das erste Mal, dass Eucharia Uche wegen solchen
Aussagen in die Schlagzeilen gerät. Bereits im Jahr 2009, als
sie das Team übernommen hat, soll sie etliche Spielerinnen aus
der Mannschaft geworfen haben, weil diese angeblich lesbisch
gewesen sind. Gegenüber der "Bild" erklärte Uche weiter, dass
sie keinen konkreten Beweis habe, dass es derzeit Lesben in
ihrem Team habe, aber wenn die Gerüchte stark genug seien, dann
müsse man glauben, dass es so ist. Homosexualität sei etwas
alltägliches, und sie habe realisiert, dass es keinen physischen
Grund dafür gebe, daher müsse man entschieden intervenieren um
Homosexualität zu kontrollieren und zu bekämpfen, erklärte
Eucharia Uche weiter.
Die FIFA, und dabei allen voran Präsident Sepp Blatter, zeigen
sich einmal mehr unwissend. An einer Pressekonferenz in Berlin
zur Eröffnung der Frauen-Fussballweltmeisterschaft erklärte Sepp
Blatter auf die Frage eines Journalisten, dass er noch nie etwas
davon gehört habe, dass Frauen vom Fussball ausgeschlossen
wurden, nur weil sie lesbisch seien. Doch es ist nicht das erste
Mal, dass Blatter sich der Diskussion rund um Homosexualität im
Fussball entzieht. Bereits nach der Vergabe der
Fussball-Weltmeisterschaften der Männer nach Russland und Katar
erntete er Kritik von Seiten zahlreicher Schwulenverbände und
-Organisationen. Doch auch damals spielte er die Problematik
herunter (gay.ch
berichtete). Verschiedene Menschenrechts- und
Schwulenorgansationen fordern seit längerem, dass die sexuelle
Identität und Orientierung in die
Anti-Diskriminierungsrichtlinien der FIFA aufgenommen werden
soll.
Erfreulicher in Bezug auf die nigerianische Trainerin viel die
Reaktion von Tatjana Haenni, der FIFA-Abteilungsleiterin der
Frauen-Wettkämpfe, aus. Sie habe von den Aussagen von Eucharia
Uche gelesen, und sie werde die Trainerin darauf ansprechen. Die
FIFA vertrete in dieser Angelegenheit eine andere Sichtweise und
spreche sich klar gegen jegliche Form von Diskriminierung aus.
Man werde sie darauf ansprechen, wie und wann sie diese Aussagen
gemacht habe.
Zu wenig finden verschiedene Organisationen, und sie haben
eine Online-Petition lanciert, um die FIFA aufzufordern,
verschärft gegen Homophobie vorzugehen - zur Online Petition:
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