(28.07.10/dom)
Homophobie im englischen Fussball ist offenbar bedeutend
weniger verbreitet als bisher angenommen. Dies geht aus einer
neuen Umfrage unter den Fans hervor.
Rund 2000 Fussball-Fans wurden für eine breit angelegte
Studie zum Thema "Homophobie im Fussball" gefragt, ob sie ein
Problem damit hätten, wenn sich ein Spieler der Premier League,
der höchsten britischen Fussball-Liga, als schwul outen würde.
Anders als vielleicht erwartet, erklärten 93 Prozent der
Fussball-Anhänger, dass sie damit keine Probleme hätten.
Ob diesem Ergebnis mussten auch die Autoren der Studie staunen.
Es sei überraschend und widerspreche auch den Erwartungen,
erklärte etwa Professor Ellis Cashmore. Die Fans seien gar der
Meinung, dass Homophobie eine Schande für den Fussball sei,
fügte er hinzu. Auch würden sich die Anhänger der Fussballclubs
mehr Transparenz wünschen.
Die Umfrage habe gezeigt, dass es viele Fans begrüssen würden,
wenn sich ein Fussballer outen würde und öffentlich zu seinem
Schwul-sein stehen würde. Während seiner Karriere hat sich in
England bisher nur der ehemalige Nationalspieler Justin Fashanu
öffentlich geoutet. Der Druck, der aber danach auf ihm gelastet
hat, war offenbar so gross, dass er 1998 im Alter von nur 37
Jahren Selbstmord beging. |