(11.02.12/dom)
Es herrscht Wahlkampf in Frankreich, und der amtierende
Präsident Nicolas Sarkozy kämpft vor allem um die Stimmen von
Rechtsaussen. So stellt er sich öffentlich gegen die Einführung
der Homo-Ehe, obwohl dieses Anliegen von einer Mehrheit der
Franzosen befürwortet wird.
Geht es nach den Französinnen und Franzosen, dann würden
rund 63 Prozent von ihnen eine Öffnung der Ehe für
gleichgeschlechtliche Paare gutheissen. Einer, der sicher nicht
dazu gehört, ist der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy. In
einem Interview in der Zeitung "Le Figaro" hat der Konservative
einmal mehr unterstrichen, dass er bei einer allfälligen
Wiederwahl sich weiterhin gegen die so genannte Homo-Ehe
einsetzen werde - und dies, obwohl er noch nicht einmal
öffentlich erklärt hat, ob er sich überhaupt zur Wahl stellen
wird. Dabei erklärte er, dass dies den schwullesbischen Paaren
auch das Adoptionsrecht zusprechen könnte, was er ablehne.
Ob diese Anliegen tatsächlich seiner persönlichen Haltung
entsprichen, oder ob es reine Wahltaktik ist, bleibt allerdings
offen. Sollte er sich zur Wiederwahl stellen, so ist Sarkozy auf
die Stimmen von Rechtsaussen angewiesen. Zudem müsste er dort
sein Territorium gegen Marine Le Pen abstecken, der Kandidatin
der rechtsnationalistischen Front National, welche
möglicherweise ebenfalls ins Rennen um das Amt der Präsidenten
steigen könnte.
Jemand, der seine offizielle Kandidatur bereits bekanntgegeben
hat, ist Francois Hollande von den Sozialisten. Er liegt da ganz
auf der Linie der Bevölkerung und spricht sich für die Öffnung
der Ehe ein. Es gebe keinen Grund, weshalb immer noch zwischen
hetero- und homosexuellen Paaren unterschieden werde, erklärte
Hollande in einem Interview. Bereits Ségolène Royal, die
Kandidatin der Sozialisten, welche im Jahr 2007 gegen Sarkozy
antrat und mit 47 zu 53 Prozent knapp unzerlag, sprach sich
damals für die gleichgestellte Ehe für schwullesbische Paare
aus.
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