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FRANKREICH: Homo-Ehe im 2013?
family image(21.06.12/dom) Nachdem Sarkozy das Elysée verlassen hat, könnte es nun mit François Hollande und seinem Kabinett endlich vorwärts gehen in Sachen Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare: Die Frauenministerin bestätigte am Wochenende, dass spätestens im Frühjahr 2013 ein entsprechender Gesetzesentwurf vorliegen wird.

Sein Vorgänger Nicolas Sarkozy hat sich mehrfach öffentlich gegen die Öffnung der Ehe für schwullesbische Paare ausgesprochen (gay.ch berichtete). Ob es damals als Staatspräsident aber tatsächlich seine Haltung war, oder ob er sich einfach nur die Stimmen auf der rechten Seite sichern wollte, sei aber dahingestellt. Fakt ist, dass Sarkozy nichts unternahm in Bezug auf Marriage Equality. Anders nun sein Nachfolger François Hollande und dessen neuen Minister. Sie wollen die Rechte für LGBT-Themen wieder auf höchster, politischer Ebene thematisieren und vorwärts machen in Sachen Gleichstellung.

Dass dies nicht nur leere Worthülsen sind, machte die neue Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem am Wochenende in ihrer politischen Heimat während ihrem Auftritt an der Gay Pride in Lyon klar. François Hollande habe, als er als Termin das Frühjahr 2013 angab, damit erklärt, bis wann das Gesetzesprojekt das Licht der Welt erblicken soll. Falls immer möglich, werde man es aber auch schon viel früher realisieren, sprach Vallaud-Belkacem optimistisch.

Frankreich hat bis jetzt ein Partnerschaftsgesetz, doch, mit dem neuen Gesetz wollen die Sozialisten noch einiges weiter gehen. So sprach Vallaud-Belkacem auch davon, dass das Recht auf Adoption explizit dazugehören werde. Die Regierung wolle auch Homophobie und Transphobie stärker thematisieren und bekämpfen, und zwar sowohl auf nationaler, wie auch auf internationaler Ebene, erklärte die Frauenministerin weiter.

Ein grosses Lob sprach Najat Vallaud-Belkacem auch den rund 17‘000 Teilnehmer der Gay Pride Lyon aus und sie attestierte ihnen eine äusserst wichtige Rolle. Die Gesellschaft entwickle sich, erklärte sie, aber sie müsse sich noch weiter entwickeln. Aus diesem Grund müssten die schwullesbischen Aktivisten auch weiterhin als Ansporn für die Gesellschaft, aber auch für die Politik wirken.

Politisch gesehen sah es für die LGBT-Anliegen wohl nie besser aus in Frankreich. Seit François Hollande nämlich die Wahl zum Staatspräsidenten gewonnen hat, konnte seine Partei, die Sozialisten, auch bei den Wahlen für die Nationalversammlung punkten. So haben sie erstmals in der Geschichte Frankreichs die Absolute Mehrheit inne und können damit quasi im Alleingang Gesetze durchbringen. Und die Mehrheit ist überaus komfortabel: So holten die Sozialisten zusammen mit ihren Verbündeten rund 314 Sitze, für die Absolute Mehrheit waren 289 Sitze nötig.
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