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EU: Schwulenrechte werden mit EU-Beitritt verlinkt
family image(18.07.12/dom) Wenn ein neues Land der EU beitreten will, dann muss es auch die Rechte der Schwulen, Lesben und Transgender respektieren. Dies hat die Europäische Union nun erneut deutlich unterstrichen.

Sie heissen die Kopenhagener Kriterien, sie wurden 1993 ausgearbeitet und es handelt sich dabei um jene Bedingungen, die ein Land erfüllen muss, wenn es als Mitglied der Europäischen Union aufgenommen werden möchte. In einer Stellungnahme hat die EU nun einmal mehr deutlich unterstrichen, dass die Achtung und Respektierung der Rechte der LGBTI-Community ebenfalls eine dringende Voraussetzung sei, damit ein Land zum Beitrittskandidaten werden könne. So heisst es in Artikel 2, dass die Diskriminierung von Minderheiten untersagt sei. Auch in den Artikeln 10 und 19 des EU Übereinkommens steht dies geschrieben, und im Artikel 21 der Europäischen Charta für Grundrechte ist explizit erwähnt, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verboten ist.

Die EU gab diese neuerliche Stellungnahme diesbezüglich heraus, nachdem ein Interview mit einem armenischen Geistlichen diese Frage erneut aufwarf. Armenien ist stärker christlich geprägt als die meisten anderen Staaten in der EU, und möchte gerne in die Europäische Union aufgenommen werden. Homosexualität ist zwar nicht illegal, doch es gibt keinen Diskriminierungsschutz – wie in der Schweiz im Übrigen auch nicht – und auch keine rechtliche Anerkennung wie etwa ein Partnerschaftsgesetz. Eine Geschlechtsumwandlung ist zudem ebenfalls auch legalem Wege nicht möglich.

Es entspreche nicht ihrer Kultur, erklärte Bischof Hovakim Manukyan von der armenisch-katholischen Kirche in Bezug auf Homosexualität. Sie würden die einzelne Person zwar nicht ablehnen, fügte er hinzu, aber die Sünde werde abgelehnt und dies sei die Freiheit, welche sie als Armenier geniessen würden. Die Armenier würden die grundlegenden Menschenrechte akzeptieren, doch die Rechte für LGBTI seien zweitrangige Rechte, und da müsse man verschiedene Haltungen und Ansichten akzeptieren. Europa bestehe nicht nur aus Westeuropa, sondern auch aus stark christlichen Ländern wie Polen, Rumänien, Bulgarien oder Serbien, und Armenien stehe diesen Staaten diesbezüglich näher. Aufgrund dieses Interviews sah sich die Europäische Union gezwungen, ihren Standpunkt bezüglich der LGBTI-Rechte einmal mehr deutlich zu unterstreichen.
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