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EU: Kritik an osteuropäischen Ländern wegen LGBT-Diskriminierung
family image(12.10.12/dom) Der jährliche Report der Europäischen Kommission rügt auch diesmal wieder zahlreiche Länder in Osteuropa, da sie nach wie vor keine Fortschritte erzielt haben, um die Schwulen, Lesben und Transgender vor Diskriminierung zu schützen und um deren rechtliche Situation zu verbessern.

Die Europäische Kommission ist die eigentliche Exekutive der Europäischen Union und sie ist unter anderem dafür verantwortlich, dass das EU-Recht durch die einzelnen Mitgliedsstaaten eingehalten wird. Dabei nimmt sie aber auch immer wieder andere Länder unter die Lupe, welche als mögliche, künftige Kandidaten für einen EU-Beitritt gelten. Dies tut die Kommission auch in jedem Jahr in Bezug auf die Rechte der LGBT-Community. Im diesjährigen Bericht, welcher nun veröffentlicht wurde, kritisiert die Kommission zahlreiche Länder in Osteuropa, weil sie zu wenig gegen die Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Transgender unternommen haben. Dabei macht der Bericht auch deutlich, dass die schlechte, rechtliche Situation für LGBTs bedeute, dass diese Länder nicht die nötigen Kriterien erfüllen, welche es brauche, um ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union zu werden. Dabei listet der Report auch auf, wo jene Staaten den übrigen Ländern rechtlich gesehen hinterherhinken.

So schreibt die Kommission zu Kroatien, Serbien und der Türkei, dass es in diesen Staaten zu massiven Vorfällen und gar gewaltsamen Attacken und Bedrohungen kam, welche auf Intoleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transgender zurückzuführen sind. So seien die Fälle gegen Transgender in der Türkei besonders hoch, unterstreicht der Bericht, und es habe auch einige Morde an Transgender gegeben. Serbien wird dafür gerügt, da sie die für anfangs Oktober geplante Belgrade Pride erneut abgesagt haben (gay.ch berichtete), und ein generell homophobes Klima, welches sich auch in Gewalt und aktiver Diskriminierung äussere, wird Bosnien-Herzegowina attestiert. Das Anti-Diskriminierungsgesetz in Mazedonien gehe zudem noch zu wenig weit, wenn man es mit jenem der EU vergleiche, schreibt die Europäische Kommission weiter.

Doch, es wurden auch die Fortschritte unterstrichen. So seien Verbesserung in Kroatien bemerkt worden, und Island wird gar ausdrücklich gelobt. Nachdem das Land wirtschaftlich in massive Schieflage kam, hat die lesbische Jóhanna Sigurðardóttir das Amt der Premierministerin übernommen und die Rechte für Schwule, Lesben und Transgender massiv ausgebaut. Seit dem Sommer 2010 wurde die Ehe dort zudem auch vollständig für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Ebenfalls positive Anzeichen für eine leichte Verbesserung der Situation stellte die Kommission in Albanien und Montenegro fest.

Dieser Report wird nun auch vom EU-Parlament studiert und die wichtigsten Punkte werden in einen eigenen Bericht mit einfliessen.
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