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DEUTSCHLAND: Merkel will Hetero-Ehe weiterhin rechtlich bessergestellt haben
family image(28.08.12/dom) In einem Interview mit dem Fernsehsender ARD legt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dar, weshalb die Ehe und die Familie ihrer Meinung nach rechtlich bessergestellt bleiben sollen als die Lebenspartnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Die CDU-Politikern ist mit ihrer Haltung ganz auf Parteilinie, abgesehen von ein paar Befürwortern, ist die Mehrheit der Union nämlich der Meinung, dass die Hetero-Ehe und die Familie auch weiterhin bessergestellt bleiben soll, als die Eingetragenen Partnerschaften von schwullesbischen Paaren. Damit spricht sich die Kanzlerin im ARD-Interview, wie bereits zuvor mehrfach, deutlich gegen weitere Rechte für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften aus. Während sowohl die SPD, die Grünen und Teile der FDP für die Gleichstellung mit der Ehe sind, lehnt dies die grosse Mehrheit der Unions-Politiker, die Kanzlerin inklusive, deutlich ab.

So argumentiert Merkel vor allem auch mit dem Artikel 6 des deutschen Grundgesetz, welches die Ehe und die Familie schützt. Sie glaube, dass dieser Artikel mit gutem Grund gemacht wurde, erklärte sie im Interview. Man habe die Lebenspartnerschaften trotzdem in vielen Schritten rechtlich besser gestellt, sie sei aber eher zweifelnd, ob das in einer steuerlich völligen Gleichstellung mit der Ehe enden muss, fügte sie hinzu. Damit nimmt die Kanzlerin vor allem Bezug auf die derzeit laufende Debatte, ob Eingetragene Lebenspartnerschaften auch vom Steuer-Splitting profitieren sollen.

Anderer Meinung ist etwa die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP. In der „Passauer Neuen Presse“ erklärte sie etwa, dass die Haltung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe, dass Lebenspartnerschaften gegenüber Ehepaaren nicht benachteiligt werden dürfen, sich auch in künftigen Urteilen niederschlagen werde. Ähnlicher Meinung ist auch Merkels Parteikollegin, die Familienministerin Kristina Schröder. Sie erklärte jüngst nach einem Urteil des Verfassungsgerichts, dass gleichgeschlechtliche Paare steuerrechtlich gleich wie Ehepaare zu behandeln seien. Sie sei der Auffassung, dass der Staat es fördern solle, wenn zwei Menschen für einander Verantwortung übernehmen. Damit geht sie auf Konfrontation mit der Kanzlerin.

Nichts davon wissen will neben Merkel aber auch der Finanzminister, dessen Ressort das Steuer-Splitting ebenfalls betrifft. Wolfgang Schäuble von der CDU findet zwar, dass Menschen, egal mit wem sie zusammenleben, nicht diskriminiert werden dürfen, doch trotzdem gehe er davon aus, dass das derzeit geltende Gesetz betreffend dem Steuer-Splitting verfassungskonform sei, sprich, dass Lebenspartnerschaften nicht davon profitieren können.

Zum Interview mit Angela Merkel - ab ca. 14min 30: LINK
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