(10.10.12/dom)
Seit Jahren hetzt kreuz.net mit widerlichen Texten gegen die
LGBT-Community, doch zu fassen bekam man die Betreiber und die
Autoren bislang noch nicht, da sie sich in der Anonymität des
Word Wide Web verbergen. Mit ihren geschmacklosen Artikeln über
den Tod von Dirk Bach wurde die Suche nach den Urhebern nun
wieder intensiviert. Der Berliner „Bruno Gmünder Verlag“ hat nun
eine Prämie von 15‘000 Euro für Informationen über die Macher
von kreuz.net ausgesetzt. Zudem wurde ein Spendenkonto
eingerichtet, um die anfallenden Recherchekosten decken zu
können.
Nur einen Tag nachdem der Tod von Dirk Bach bekannt wurde,
veröffentlichte kreuz.net unter dem Titel „Jetzt brennt er in
der ewigen Homohölle“ einen Artikel auf ihrer Homepage, mit
welchem sie die Grenzen jeglichen Geschmacks und Respekts erneut
massiv überschritten haben (gay.ch berichtete). Darin bezeichnen
sie Bach als „Homo-Gestörter“, als „homosexueller
Sittenverderber“ und als „Propagandist der Homo-Unzucht“. In
einem Nachfolgeartikel gingen sie noch einen Schritt weiter und
bezeichneten den Schauspieler als des "Todes würdig". Beinahe
eine Million Mal wurden alleine die Artikel zum Tod von Dirk
Bach angeklickt, schreibt das Portal, die Zahlen sind natürlich nach eigenen Angaben. Dass
die Veröffentlichungen, wie schon eine Vielzahl von früherern
Artikel, strafrechtlich belangt werden können, ist
keine Frage, doch, bislang ist es den Hintermännern von kreuz.net immer gelungen, sich in der Anonymität des Internets
versteckt zu halten. Dadurch ist es auch der deutschen Justiz
bislang nicht gelungen, die Macher zur Rechenschaft zu ziehen.
Durch die Artikel über Dirk Bach wurde der Unmut gegen die
Plattform aber erneut derart geschürt, dass verschiedene
Organisationen und Firmen nun einen neuen Anlauf nehmen um kreuz.net endgültig zu verbieten und deren Macher vor Gericht zu
bringen.
kreuz.net nennt sich auf ihrer Website auch „Katholische
Nachrichten“, doch selbst für die katholische Kirche wurde die
Seite zum Problem. Angelehnt an kath.net, welche sich ebenfalls
„Katholische Nachrichten“ nennt, wird die Kirche immer wieder
verdächtigt, auch für kreuz.net verantwortlich zu sein. Doch
die Kirche dementiert, ja, man distanziert sich bisweilen auch
öffentlich von dieser Seite. Die Kirche befürchtet durch die
Seite einen grösseren Imageschaden und muss sich gegen eine Flut
von Zusendungen von empörten Katholiken wehren, welche sich mit
dem Inhalt von kreuz.net nicht einverstanden zeigen.
Der Bruno Gmünder Verlag in Berlin hat nun reagiert. In einem
ersten Schritt hat die Firma Strafanzeige gegen kreuz.net wegen
Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, Beleidigung, übler
Nachrede und Verleumdung eingereicht. Zusätzlich hat der
Verlag in einem zweiten Schritt die Initiative „Stoppt Kreuz.net“
gegründet um die Suche nach den Hintermännern der Website zu
intensivieren. Sie haben dazu eine Prämie von 15‘000 Euro für
dienliche Hinweise ausgesetzt, welche zu den Machern und den
Autoren führen. Um die weiteren Recherchekosten zu decken, sowie
auch um die Prämie zu erhöhen, hat Bruno Gmünder zudem ein
Spendenkonto eingerichtet. Der Verlag unterstreicht dabei, dass
es sich bei dieser Aktion um eine wahre Herzensangelegenheit
handle um dem Aufruf zu Gewalt und Hass gegen die LGBT-Community
endlich Einhalt zu gebieten. Eigentlich, so kritisiert der Verlag
weiter, hätte diese Initiative von der katholischen Kirche
kommen sollen, damit diese ihr Gesicht wahren könne.
Es ist nicht der erste Versuch an die Macher von kreuz.net zu
kommen: Im Januar 2008 wurde etwa ein Ermittlungsverfahren
aufgegeben, da man die Tatverdächtigen damals nicht benennen
konnte. Grund war damals auch, dass der US-Bundesstaat Arizona,
wo die Website offenbar gehostet wurde, ein Rechtshilfeersuchen
abgelehnt hat.
Links:
www.stopptkreuznet.de und
Facebook-Gruppe
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