(16.08.12/dom)
Nachdem die homophob motivierte Gewalt gegen Schwule, Lesben
und Transgender in Berlin in jüngster Zeit im Zunehmen begriffen
ist, handelt nun die Politik. Der Justizsenator ernannte eine
Oberstaatsanwältin, welche sich per sofort im Besonderen um
LGBT-Opfer kümmern wird.
Selbst im als Schwulenhochburg bekannten Berliner Stadtteil
Schöneberg ist es zu homophoben Übergriffen gekommen. Die Stadt
hat diese Entwicklung erkannt und Justizsenator Thomas Heilmann
von der CDU hat nun bekannt gegeben, dass er mit Ines Karl per
vergangenem Dienstag eine Oberstaatsanwältlin einsetzt, welche
sich im Speziellen mit Opfern homophober Gewalt befassen wird.
Karl wird dabei die Sonderstelle leiten und ihr werden weitere
Ankläger unterstehen, welche sich ebenfalls um Gewalttaten und
Übergriffe kümmern werden, welche aufgrund der sexuellen
Ausrichtung oder der sexuellen Identität geschehen sind. Mit
diesem Schritt will Thomas Heilmann in erster Linie auch das
Vertrauen in die Justiz stärken, denn gerade schwule, lesbische
und transsexuelle Opfer getrauen sich oftmals nicht, die Taten
bei der Polizei zur Anzeige zu bringen. Es soll zudem gezeigt
werden, dass es auch im Interesse der Behörden ist, dass solche
Fälle nachverfolgt und aufgeklärt werden. Im Weiteren soll Ines
Karl auch für die entsprechende Weiterbildung ihrer Kollegen
verantwortlich sein, um sie für dieses Thema zu sensibilisieren.
Wie es seitens der Polizei heisst, werden pro Jahr rund 400
Taten gemeldet, welche einen homophoben Hintergrund haben. Dabei
geht es von Beschimpfungen, Beleidigungen bis hin zu Schlägen,
wahren Hetzjagden und brutalen Prügelattacken. Es ist aber enorm
schwierig, Statistiken über homophobe Gewalt zu erheben.
Allgemein wird davon ausgegangen, dass nur ein Bruchteil der
Taten schlussendlich tatsächlich gemeldet und angezeigt wird (gay.ch
berichtete).
Das schwule Anti-Gewaltprojekt Maneo lobt via der Tageszeitung
Taz das Vorgehen der CDU und Thomas Heilmann. Zumal der
CDU-Politiker auch erklärt hat, dass man zusätzliches Personal
aufbieten könne, wenn man eine Häufung der Fälle feststelle. Im
Weiteren hofft er auch darauf, dass das entschlossene Vorgehen
Berlins Signalwirkung für andere Bundesländer und Städte habe.
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