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CHINA: Wie beugt man Homosexualität vor? – Ein Ratgeber rät Eltern dazu
family image(13.09.10/dom) Homosexualität sei eine „sexuelle Abweichung“ heisst es in diesem Ratgeber über Sexualerziehung und Eltern werden darin aufgefordert bei ihren Kindern gegen Homosexualität vorzubeugen. Familien von Schwulen und Lesben zeigen sich nun äusserst empört und wehren sich gegen die Verbreitung dieser Broschüre.

Gedacht ist der Ratgeber eigentlich als Hilfestellung für Eltern, deren Kinder sich gerade in der Pubertät befinden, entsprechend auch der Titel „Eltern, bitte begleiten Sie ihre Kinder durch die Pubertät“. Es ist ein Gemeinschaftswerk des Instituts für Erziehungsforschung in Hangzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejing, und der Northeast Normal University Press, und verteilt wurde es in der gesamten Provinz. Bislang wurden rund 50‘000 Stück in Umlauf gebracht.

Doch besonders eine Passage in der Broschüre hat nun den Zorn einiger Eltern geweckt, nämlich jener, welche Schwule und Lesben in ihrer Familie haben. Sie haben sich nun laut china.org.cn mit einem gemeinsamen Protestschreiben an die Behörden gewandt, da in der Broschüre geschrieben steht, dass Eltern Homosexualität vorbeugen sollen. Der Grund liege darin, wird weiter erklärt, dass Homosexuelle nicht von vorherrschenden sozialen Gebräuchen und moralischen Standards akzeptiert werden, und dass sie daher dazu neigen anti-sozial und exzentrisch zu sein.

Diverse Schwulenorganisationen und Verbände unterstützen das Vorgehen der Eltern und erklärten gegenüber dem Onlineportal, dass gerade der Support der Eltern in dieser Sache von grossem Nutzen sei. Sie könnten mehr erreichen, da der Ratgeber schliesslich für sie geschrieben wurde. Ihre Einwände hätten daher grössere Wirkung, als wenn eine LGBT-Organisation dagegen protestiere. Einsicht zeigte man derweil auch bei den Herausgebern. So erklärte die Chefredakteurin, dass man das Kapitel über Homosexualität in der für Oktober angekündigten, zweiten Ausgabe, wohl ganz streichen werde, da es zu grosse Kontroverse gegeben habe. Man habe zu wenig über das Thema Homosexualität geforscht, fügte sie zudem hinzu.
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