(13.07.12/dom)
Rund drei Monate nachdem der Schwule Daniel Zamudio von
Neo-Nazis brutal niedergestochen, verprügelt und verbrannt
wurde, woran er später sogar im Spital gestorben ist, führte der
chilenische Präsident nun offiziell ein Gesetz ein, welches
explizit Diskriminierung und Hassverbrechen bestraft.
Im vergangenen März erschütterte der Fall Chile und die
ganze Welt: Auf dem Weg nach Hause wurde Daniel Zamudio in einem
Park in der chilenischen Hauptstadt Santiago von Neo-Nazis
brutal überfallen (gay.ch
berichtete). Aufgrund seiner Homosexualität wurde er mit
Messern attackiert, verprügelt und ihm wurden Verbrennungen
zugefügt. Am nächsten Morgen wurde er dann schwer verletzt
aufgefunden und ins Spital gebracht, wo er nach nach einigen
Tagen im Koma verstarb (gay.ch
berichtete).
Dieser tragische Fall nahm der chilenische Präsident Sebastian
Pinera zum Anlass um das Parlament erneut aufzufordern, damit
sie ein entsprechendes Gesetz verabschieden, welches explizit
auf Hassverbrechen und Diskriminierung ausgerichtet ist und
entsprechende Strafen dafür festsetzt. Ein solches Gesetz lag
dem Parlament nämlich bereits seit sieben Jahren vor, wurde aber
nie behandelt. Doch durch den Mord an Daniel Zamudio wurde der
Prozess glücklicherweise stark beschleunigt. Das Gesetz wurde
wieder hervorgeholt und bereits im Mai vom Kongress abgesegnet.
Am Donnerstag war es dann endlich soweit: Im Beisein der Eltern
von Daniel Zamudio unterschrieb Sebastian Pinera das Gesetz und
liess es damit in Kraft treten.
Vier Verdächtige im Fall Daniel Zamudio konnten bislang
verhaftet werden - einige davon hatten bereits eine kriminelle
Vergangenheit in Bezug auf Überfälle auf Homosexuelle. Ihnen
wird nun der Prozess wegen Mordes gemacht. Nicht zuletzt
aufgrund dieses Hassverbrechens hat unter anderem auch das
UN-Büro für Menschenrechte Chile dazu aufgefordert, ein Gesetz
gegen Hassverbrechen und Diskriminierung zügig umzusetzen.
Chile bleibt aber weiterhin eines der am gesellschaftlich
konservativsten Länder in Südamerika. Die Möglichkeit einer
Scheidung wurde beispielsweise erst im Jahr 2004 eingeführt,
zudem haben gerade die Kirchen auch das eben eingeführte Gesetz
gegen Hassverbrechen torpediert. So hat etwa die
römisch-katholische Kirche, welche nach wie vor ein hohes
Ansehen im Land geniesst, ihre Bedenken geäussert. Doch trotzdem
hat der chilenische Präsident Sebastian Pinera einmal mehr
bekräftigt (gay.ch
berichtete), dass
demnächst die Debatte über ein Partnerschaftsgesetz für
gleichgeschlechtliche Paare aufgenommen werden soll um den LGBTs
mehr Rechte zuzugestehen.
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