(28.03.12/dom)
Der Anfangs März in einem Park in Santiago de Chile von
homophoben Neo-Nazis verprügelte Daniel Zamudio ist am
Dienstagabend an seinen schweren Verletzungen gestorben.
Am frühen Morgen des 3. März wurde Daniel Zamudio
schwerverletzt im Parque San Borja in der chilenischen
Hauptstadt Santiago aufgefunden (gay.ch
berichtete). Er wurde von Neo-Nazis brutal verprügelt und
regelrecht gefoltert: Auf seinem Bauch wurde ein Hakenkreuz
eingeritzt, ein Teil seines Ohres wurde abgeschnitten und er
wurde mit stumpfen Gegenständen und brennenden Zigaretten
traktiert.
Seither lag der 24-Jährige im Krankenhaus im Koma und die Ärzte
versuchten sein Leben zu retten - vergeblich. Am Dienstagabend
erlag Daniel Zamudio seinen schweren Verletzungen.
Noch am Morgen haben die Ärzte seine Körperfunktionen getestet
und schwere Hirnschäden festgestellt. Der Körper konnte sich
auch sonst nicht mehr selbstständig am Leben erhalten. Die
Familie entschied darauf die lebenserhaltenden Massnahmen
einzustellen, da sich Daniels Zustand in den letzten Tagen nur
noch verschlechtert hat, und keine Hoffnung mehr auf Genesung
bestand.
Die Polizei hat kurz nach der Tat vier mutmassliche Täter
festgenommen, welche nun nicht nur wegen schwerer
Körperverletzung, sondern auch wegen Mord angeklagt werden. Die
vier Männer sind im Alter zwischen 19 und 26 und sie nannten
sich selber die "nazis del Centro", was in etwa "die Downtown
Nazis" bedeutet. Wann der Prozess beginnen wird, ist noch nicht
klar.
Der Fall von Daniel Zamudio hat international für Schlagzeilen
gesorgt, und auch in Chile selber wurde eine Debatte über
Homophobie, Machotum und auch über Neo-Nazis in Gang getreten.
Auch die Familie setzt sich dafür ein, dass ihr tragisches
Schicksal publik wird, und dass damit auf diese Thematik
aufmerksam gemacht wird.
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