(27.06.12/dom)
Es sind erschreckende Zahlen, welche Cyndi Lauper zum Launch
ihres Projekts “Forty to None” präsentiert: Von den geschätzten
1.6 Millionen obdachlosen Jugendlichen in den USA bezeichnen
sich rund vierzig Prozent als schwul, lesbisch, bi oder
transgender. Diesen möchte die Sängerin nun unter die Arme
greifen.
Es sind berührende Worte mit welchen sich Cyndi Lauper an
die Öffentlichkeit wendet, als sie ihr neues Projekt „Forty to
None“ vorstellt: Als Mutter könne sie sich niemals vorstellen
ihr Kind abzustossen, ihr Kind aus ihrem Haus zu werfen. Sie
könne es sich nie vorstellen, ein Kind, welches in
Wirklichkeit auch ein Teil von ihr sei, abzulehnen. Es sei rund
fünf Jahre her, als sie für ein Fotoshooting für das "Interview
Magazine" am Christopher Street Pier in New York City gewesen
sei, als ihr die Augen geöffnet wurden. Wie immer, so wollte sie
auch diesmal wieder ein paar schwullesbische und transgender
Jugendliche mit einbeziehen, um ihr Engagement für die
LGBT-Community zu unterstreichen, erklärte Cyndi Lauper weiter. Als sie
dann mit diesen Jugendlichen sprach und ihr jeder und jede ihre
ganz persönliche Geschichte erzählte, da habe sie gemerkt, wie
weit sich ihre Vorstellung vom Leben dieser Kids von der
Wirklichkeit unterscheidet, denn die Storys hätten ausnahmslos immer von
Ablehnung und Schmerz gehandelt.
Diese Geschichten hätten sie sehr berührt, und als sie dann auch
noch die entsprechenden Statistiken und Studien hinzuzog, habe
sie gemerkt, dass es sich dabei um eine echte Krise handle. Die
Zahlen zeigten nämlich ein eindeutiges Bild: Rund vierzig
Prozent aller jugendlichen Obdachlosen, und das sind laut
Schätzungen in den USA rund 1.6 Millionen, sind schwul,
lesbisch, bi- oder transsexuell. Wenn man dabei noch in Betracht
zieht, dass sich unter den Jugendlichen im gesamten rund 3 bis 5 Prozent als LGBT bezeichnen, dann ist die Chance gerade bei diesen Teenagern
um ein vielfaches höher, obdachlos zu werden, als für andere
Jugendliche. Der Hauptgrund, weshalb gerade diese enorm viel
häufiger obdachlos werden liegt bei Missbrauch, bei
Vernachlässigung oder bei der Ablehnung durch die Familie
aufgrund der sexuellen Ausrichtung. Und dies, so betont Cyndi
Lauper in ihrem Statement, obwohl diese Jugendlichen nichts
falsch gemacht haben, ausser, dass sie so geboren wurden und nun
zu sich stehen.
Mit „Forty to None“ werde sie nun, wie schon mit dem „True
Colors Fund“, durch die USA reisen und Obdachlosenzentren,
Organisationen und weitere Einrichtungen besuchen, welche sich
für die obdachlosen LGBT-Jugendlichen einsetzen. Dabei habe sie
bereits jetzt mit zahlreichen Jugendlichen gesprochen, aber auch
mit offiziellen Vertretern der Organisationen und mit Politikern
und Behörden, um diese Thematik ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit zu rufen und damit die Hilfe besser zu
koordinieren. In zehn Grossstädten, von New York über Washington
bis San Francisco und Minneapolis, habe sie zudem schon Meetings
organisiert, um herauszufinden, wo es Löcher im System gibt,
welche geschlossen werden müssen um die Situation der
obdachlosen LGBT-Jugendlichen zu verbessern. Aufgrund dieser
Treffen habe sie einen Fünf-Jahres-Plan erarbeitet, welcher eine
signifikante Verbesserung bringen wird.
In den ersten fünf Jahren gehe es vor allem darum, die Zahl
jener Jugendlichen, welche tatsächlich auf der Strasse leben, zu
verringern. Dazu gehöre es auch, die Öffentlichkeit über diese
Thematik aufzuklären, und das Problem sicht- und fassbar zu
machen, um damit die Aufmerksamkeit auf diese Jugendlichen zu
verstärken. Die Jugendlichen selber sollen zudem besser betreut
und unterstützt werden. Während dem ganzen Prozess sollen zudem
auch die Behörden und die Politik stärker in ihre Pflicht
genommen werden, um die Stellen, an welche sich die Jugendlichen
wenden können, effizienter zu machen.
Mehr zum "Forty to None"-Project von Cyndi Lauper:
LINK und
auf Facebook:
LINK