(03.07.12/dom)
Trotz der Androhung von Gewalt, verlief die Gay Pride in der
bulgarischen Hauptstadt am vergangenen Wochenende friedlich.
Während bei der letzten Ausgabe im Jahr 2008 noch
Molotov-Cocktails flogen, waren es diesmal ausländische
Botschafter, welche durch ihren Support für die Pride für
Aufsehen sorgten.
Es war im Jahr 2008 als Bilder von der Gay Pride in der
bulgarischen Hauptstadt um die Welt gingen: Es kam im
Stadtzentrum zu massiven Ausschreitungen und Extremisten griffen
die Teilnehmer der Parade sogar mit Molotov-Cocktails an. Auch
vor der Ausgabe vom vergangenen Wochenende kam es wieder zu
massiven Androhungen von Gewalt. So forderte ein hoher
Geistlicher alle “echten” Christen und Bulgaren auf, dass sie
die Schwulen und Lesben mit Steinen bewerfen sollen (gay.ch
berichtete). Dabei gaben ihm sogar das staatliche Radio,
sowie eine grosse Zeitung eine Plattform um diese Botschaft zu
platzieren.
Doch die angedrohten Proteste blieben diesmal weitest gehend
aus. Verantwortlich dafür dürfte sicherlich auch die
internationale Beachtung gewesen sein, unter welcher die Gay
Pride diesmal stand. Denn sowohl der amerikanische Botschafter
in Sofia, James Warlick, wie auch sein britischer Amtskollege
Jonathan Allen und weitere Botschafter von anderen Nationen
kündigten bereits vorgängig an, dass sie zur Unterstützung an
der Pride mitlaufen werden – und sie hielten Wort.
Rund 1500 bis 2000 Teilnehmer marschierten an der Gay Pride
durch die Innenstadt von Sofia, und an ihrer Seite standen rund
600 Polizisten im Einsatz. Während bei den vorgängigen Ausgaben,
und auch bei anderen Gay Prides in osteuropäischen Grossstädten,
jeweils die Zahl der Gegendemonstranten teils ein Vielfaches der
tatsächlichen Pride-Teilnehmer betrug, so war die Beteiligung
diesmal in Sofia äusserst gering. Gerade mal geschätzte 200
Personen nahmen an der Gegendemonstration teil, und sie
argumentierten teils mit abstrusen Verschwörungstheorien. So
zeige die Teilnahme des amerikanischen Botschafters, dass die
USA versuchen würden, Bulgarien in eine Top-Touristendestination
für Schwule, Lesben und Transgender zu machen, hiess es
beispielsweise. Zudem würden die USA versuchen via Sexualität
ihre imperialistischen Mission fortzuführen.
Die Organisatoren der Pride zeigten sich erleichtert, dass es
nicht wieder zu Ausschreitungen kam, und auch glücklich darüber,
dass die Parade ein voller Erfolg wurde.
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