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BULGARIEN: Bedenken wegen Gewaltandrohungen an der bevorstehenden Pride
family image(28.06.12/dom) Die international engagierte Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch hat die Regierung in Bulgarien öffentlich aufgefordert, sich für den Schutz der Gay Pride-Teilnehmer in der Hauptstadt Sofia einzusetzen und die Aufforderungen zur Gewalt zu verurteilen.

Es war im Jahr 2008 als in der bulgarischen Hauptstadt Sofia die erste Gay Pride stattfand, und als verschiedenste rechtsextreme Gruppierungen zusammen mit Fussball-Hooligans den Anlass störten und mehrere Teilnehmer verprügelten und angriffen. Schockiert von den Zuständen von damals, fanden daher bis 2011 keine Gay Prides mehr in Sofia statt. Beim nächsten Versuch im vergangenen Jahr kam es wieder zu Störaktionen und drei freiwillige Helfer der Pride wurden attackiert und geschlagen. Die Veranstalter wollen diesmal aber nicht klein beigeben, und haben angekündigt, in diesem Jahr trotzdem wieder einen LGBT-Demonstrationszug in Sofia zu organisieren. Doch wiederum rufen die Gegner bereits im Vorfeld zu Gewalt gegen die Teilnehmer der Gay Pride auf.

Besonders von religiöser Seite wird mit scharfen Worten zu Gewalt aufgerufen: Priester Evgeni Yanakiev von Sliven etwa, äusserte sich zuerst in der Zeitung „Standard“ und bekam eine Woche später auch noch von der Nationalen Bulgarischen Radiostation die Plattform geboten, um gegen die Gay Pride zu wettern. Die Gesellschaft müsse jede erdenkliche Möglichkeit nutzen um die geplante Gay Pride zu verhindern, erklärte er, und fügte unverhohlen hinzu, dass er alle, welche sich als Christen und als Bulgaren bezeichnen, dazu auffordere, Steine gegen die Schwulen zu werfen.

Die international aktive Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat sich nun in einem offenen Brief an die bulgarische Justizministerin Diana Kovacheva gewandt mit der Aufforderung, dass sie den Aufruf zur Gewalt öffentlich verurteilen solle. Der Aufruf, Steine gegen LGBTs zu werfen, sei ein Aufruf zu Hass und Gewalt und dies müsse von ihr auf eindeutigste Weise verurteilt werden und dies so öffentlich wie immer nur möglich. Im Weiteren erinnert die Organisation die Regierung auch daran, dass Bulgarien ein Mitglied des Europarats sei, welcher die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung oder Identität ebenfalls verurteilt. Human Rights Watch fordert zudem, dass die Justizministerin prüft, ob man Evgeni Yanakiev für dessen Aussagen nach bulgarischem Gesetz strafrechtlich belangen kann.
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