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AUSTRALIEN: Schwule Delfine erforscht
family image(02.04.12/dom) Eine neue Studie einer amerikanischen Universität zeigt auf, dass Grosse Tümmler vor Australien teilweise über längere Zeit in einer homosexuellen Beziehung leben.

Man wollte eigentlich lediglich das Sozialverhalten von Meeressäugern genauer unter die Lupe nehmen, welche über keine begrenzten Territorien als Lebensraum verfügen, doch, was man dann herausfand war doch sehr verblüffend. Die Wissenschaftler der amerikanischen Universität von Massachusetts haben eine Gruppe von rund 120 Erwachsenen Grossen Tümmlern in Shark Bay an der Westküste Australiens untersucht und herausgefunden, dass viele der Tiere bisexuell oder auch homosexuell sind und zudem oftmals in einer Liebesbeziehung mit mehr als einem Partner leben, und das zur gleichen Zeit.

Bei den Forschungen wurde dabei vor allem das komplexe Sozialverhalten der Männchen genauer untersucht. Dabei hat es sich gezeigt, dass einige der Tiere bisexuelle Neigungen haben, aber auch mal über eine längere Zeit in einer homosexuellen Partnerschaft leben. Wie es im Bericht der „Royal Society B“ weiter heisst, gibt es aber auch verschiedene Beziehungsebenen. So gibt es Paare oder gar Trios von männlichen Tieren, welche sich nur zur Paarungszeit mit Weibchen treffen, und ansonsten in einer homosexuellen Beziehung leben. Diese Männchen hätten sich aber meist auf einer zweiten Ebene mit einer Gruppe weiterer Männchen, meist zwischen 4 und 14 Tieren, eingelassen. Diese Beziehungen halten dann sehr lange. So hat man eine Gruppe bestehend aus sieben Männchen untersucht, welche bereits seit 17 Jahren in dieser Konstellation lebt.

Andere Säugetiere mit einem ähnlich komplexen Sozialverhalten leben in mehr oder weniger geschlossenen Gruppen bestehend aus einem Männchen und einem oder mehreren fortpflanzungsfähigen Weibchen. Dabei werde der Lebensraum von einem der Geschlechter, oder auch von Beiden, gegen Artgenossen verteidigt. Die Grossen Tümmler, so kommen die Wissenschaftler zum Schluss, leben aber in einer offenen Gesellschaft, ohne dass sie ihr Territorium verteidigen.

Wie die Forscher in ihrem Bericht weiter schreiben, würden gerade die schwulen Delphine jeglicher physischen Konfrontation aus dem Weg gehen, dafür seien sie eher schnippisch, und ihr Sozialleben sei eigentlich voll von „Dramen“. Sie würden förmlich einen „Make Love Not War“-Lifestyle haben, und daher friedlicher Leben als manch andere Säugetiere, vermutlich auch als der Mensch. Man habe bei den Weibchen immer wieder kleinere Dispute festgestellt, doch die Männchen würden sich nicht die ganze Zeit zanken, heisst es weiter. Mental und physisch sei diese Form der Beziehungen aber sehr anstrengend.
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